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fotografen
Heinrich Heidersberger (D)
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| Heinrich Heidersberger, Chem. Werke Hüls, Hanau, 1962 |
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| Heinrich Heidersberger, Siporex Werke, Schneeverdingen, 1968 |
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| Heinrich Heidersberger, Autobahntankstelle Garbsen, 1953 |
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| Heinrich Heidersberger, Hauptbahnhof Braunschweig, 1961 |
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| Heinrich Heidersberger, Alt und Neu, 50er Jahre |
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| Heinrich Heidersberger, Landtag Hannover 1962 |
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| Heinrich Heidersberger, VW Hochhaus, Wolfsburg, 1958 |
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| Heinrich Heidersberger, Filmstudio Hannover, 1953 |
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| Heinrich Heidersberger, Gasometer, 1952 |
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| Heinrich Heidersberger, Nude, solarised, 1952 |
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| Heinrich Heidersberger, Kugellager, 1950er |
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| Heinrich Heidersberger, Zahnräder, 1950er |
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| Heinrich Heidersberger, ARABESKE, Rhythmogramm, 50/60er |
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| Heinrich Heidersberger, DÄDALUS, Rhythmogramm, 50/60er |
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Biographie
Heinrich Heidersberger, (Preise: Vintage und Modern Prints 1200 € - 4000 €)
geboren 1906, gestorben 2006
Struktur und Architektur
Er war ein herausragender Fotograf, Techniker und Wissenschaftler, Künstler und Perfektionist. Er wurde 100 Jahre und hat ein ganzes Jahrhundert miterlebt, ist viel gereist und vielen Menschen begegnet, aber die Passion seines Lebens war die Fotografie: Heinrich Heidersberger. Er lebte und arbeitete einige Jahre lang in Braunschweig, seit 1961 in Wolfsburg in seinem Atelier mit Labor und Werkstatt im Schloss.
Bekannt wurde er als Architektur-Fotograf, mit ihr verdiente er weitestgehend seinen Lebensunterhalt. Sein künstlerisches Auge nahm jedoch alles um ihn herum wahr und hielt es fest im Bild: Menschen und Pflanzen, Gebäude und Straßen, Plätze und Stadtansichten, Licht und Landschaften. Sein Können und seine vielseitigen Interessen erstreckten sich aber weit darüber hinaus - nicht nur im Bereich Fotografie.
Nach dem Abitur und knapp zwei Semestern Architekturstudium in Linz geht Heinrich Heidersberger 1928 nach Paris. In der privaten Kunstschule von Fernand Léger studiert er freie Malerei, und wird geprägt von den Protagonisten des Surrealismus, deren Werke ihn faszinieren. Der damals knapp Zwanzigjährige genießt natürlich auch das angenehme Leben in der pulsierenden Metropole. In den unzähligen Cafés und Ateliers begegnet er vielen Künstlern aus der Crème der Bohème: André Breton, Louis Aragon, mit Yves Tanguy und Piet Mondrian war er gut bekannt. Großen Einfluss auf seine eigene künstlerische Arbeit hinterlassen die metaphysischen Landschaften von Giorgio de Chirico.
Heidersberger beginnt zunächst seine eigenen gemalten Kunstwerke und die seiner Freundin Ida Kar für Kataloge zu reproduzieren, aber der Drogist entwickelt die Platten falsch. Die Fotos sind schwarz, verdorben. So eignet er sich selbst die hierfür nötigen Kenntnisse an, entwickelt und reproduziert von nun an in seinem Atelier in Montrouge. Mit den ersten Aufträgen von Künstlerkollegen wendet er sich mehr und mehr der Malerei ab, und hin zur Fotografie.
Er begegnet dem surrealistischen Autor, Maler und Filmemacher Jean Cocteau. Jahre später in Südfrankreich freunden sie sich an, und Cocteau kauft sechs seiner Rhythmogramme als Geburtstagsgeschenk für Pablo Picasso. In einem Schreiben von 1961 äußert sich Cocteau bewundernd über diese Werke: "Ich möchte das Oevre Heidersberger mit der Auflehnung eines Insekts oder einer Blume vergleichen, die es müde sind, sich den Gesetzen ihrer Gattung zu beugen."
1935 heiratet Heinrich Heidersberger und 1936 zieht das Ehepaar nach Berlin. Heidersberger arbeitet als freier Bildjournalist für Ullstein und Scherl, und als Sach- und Werbe-Fotograf. Erste Veröffentlichungen erscheinen im "Internationalen Jahrbuch Photographie".
Nach dem Krieg eröffnet er sein erstes Atelier in Braunschweig, das "Studio Five". Er fotografiert englische Soldaten, arbeitet als Dolmetscher und präsentiert 1946 seine erste Ausstellung mit Fotografien über das Braunschweiger Alltagsleben. Er lernt Henri Nannen kennen, der noch in Ruinen in Hannover die Illustrierte "Stern" gründet.
Heidersbergers Bild "Kleid aus Licht" prangt im Jahr 1949 auf der Titelseite des Magazins. Für "Stern" und "Merian" arbeitet er bis weit in die Fünfziger Jahre hinein, mit Auftragsreportagen und freien Arbeiten.
Zur gleichen Zeit werden die "Architekten der Braunschweiger Schule" unter Prof. Friedrich Wilhelm Krämer zu erfolgreichen Protagonisten des Wiederaufbaus der Bundesrepublik. Zu ihnen zählen u.a. Prof. Walter Henn, Prof. Dieter Oesterlen und Alvar Aalto. Heinrich Heidersberger: "Ich stellte vor meinem Atelier einige Arbeiten in der Fußgängerzone auf, und so wurden die Braunschweiger Architekten auf mich aufmerksam. Ich hab alles fotografiert, was sie gebaut haben." So drückt er es aus, in Wirklichkeit hat er mittlerweile bundesweit unter den Architekten den Ruf eines hervorragenden Architektur-Fotografen. Für die Braunschweiger Architekten dokumentiert er jahrelang Modelle, einzelne Bauphasen und die fertigen Bauten.
1955 erhält er von der Ingenieursschule Wolfenbüttel, der heutigen Fachhochschule den Auftrag, die hier gelehrten Disziplinen in Form eines Wandbildes fotografisch darzustellen. Es besteht aus 18 Einzelaufnahmen und ist noch heute dort zu besichtigen.
Für diese Arbeit konstruiert Heidersberger eine "Rhythmogramm-Maschine", ein circa vier Meter langes und zwei Meter hohes Aluminium-Gestänge. Ein großes Rohr mit einer Lochmembran dient als punktförmige Lichtquelle, und das Licht, bzw. die Lichtspuren, werden durch unterschiedlich pendelnde Spiegel direkt auf eine fotografische Platte projiziert. Durch die harmonischen Schwingungen der Pendel entstehen unterschiedlichste Linien und Muster. Im Laufe der Jahre verändert und erweitert er die Möglichkeiten dieser Maschine und kreiert insgesamt rund 300 schwungvoll heitere, harmonische und asymmetrische "Lineaturen aus Licht". Jean Cocteau bezeichnet sie 1961 als poetisch und geheimnisvoll zugleich.
Heidersberger selbst fasziniert an der experimentellen Fotografie, "dass die physikalischen Formen, die graphischen Dokumente, die man physikalisch erzeugen kann, eine gewisse Verwandschaft mit dem Biologischen haben. Mit Pflanzen, vor allem aber auch mit menschlichen Formen. Meine Aktphotographien und die Rhythmogramme hängen unbedingt zusammen, denn mich haben diese Formen der Schöpfung nicht nur biologisch, sondern auch physikalisch interessiert."
1957 wird ihm bei der 11. Triennale in Milano die Silberne Medaille für sein Rhythmogramm "Triennale" verliehen. Im gleichen Jahr wird er in die deutsche Gesellschaft für Photographie und in den Deutschen Werkbund berufen.
1961 zieht die Familie von Braunschweig nach Wolfsburg. Heidersberger gründet zusammen mit anderen, auch internationalen Künstlern, die Künstlergruppe "Schloßstraße 8". Sie beziehen Räume im Wolfsburger Schloss, und erschließen es nach und nach für die Bildende Kunst. Fortan dokumentiert er die städtebauliche Entwicklung der Industriestadt Wolfsburg, fotografiert u.a. Serien über das Volkswagenwerk, engagiert sich in der städtischen Kunst- und Kulturlandschaft und lehrt an der Volkshochschule.
1968 veröffentlicht er zwei Bücher: "Wolfsburg - Bilder einer jungen Stadt" und "Braunschweig".
1972 repräsentieren von ihm geschaffene Wandbilder die Stadt Wolfsburg bei der Olympiade in München. 1981 wird ihm das Verdienstkreuz des Landes Niedersachsen verliehen, 1984 ist er an einer Ausstellung im Centre Pompidou in Paris beteiligt, 1989 folgen Ausstellungen und Vorträge in Touscon, Arizona. 1998 werden Arbeiten von Heinrich Heidersberger im New Yorker Museum of Modern Art gezeigt, und das ZDF sendet eine Reportage über ihn im Rahmen des "Heute"-Journals.
In den vielen Jahren seines fotografischen Schaffens ist Heinrich Heidersberger in diversen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Österreich, Dänemark, Großbritannien, Frankreich und den USA vertreten. Seine Arbeiten werden in Fachzeitschriften, Katalogen und Büchern veröffentlicht, u.a. in einem 1982 im Verlag Schirmer und Mosel erschienen Buch von Van Deren Coke. Der Titel: "Avantgarde Photographie in Deutschland 1919 -1939".
Die Fotografien Heinrich Heidersbergers galten jahrzehntelang als "State of the Art", und auf dem derzeitigen Kunstmarkt werden sie hoch geschätzt. Er gilt als Meister der Klassischen Fotografie. Für ihn steht die perfekte Komposition des Bildes im Vordergrund, und seine wichtigste Botschaft ist: "Baut das Bild im Kopf, bevor Ihr unzählige Filme verschießt."
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Ausstellungen
Heinrich Heidersberger
Ausstellungen / Auswahl / Selection:
1947 Braunschweig, Kunstverein
1962 Wolfsburg, Städtische Galerie
Linz, Neue Galerie
1967 Linz, Neue Galerie
1971 Wolfsburg, Städtische Galerie
1982 Ingolstadt, Stadt- und Lichtbildgalerie
1984 London, The Photographers Gallery
1986 Linz, Städtische Galerie
1987 Herning, Denmarks Fotomuseum
1989 Tucson, Arizona Universität
1990 Ingolstadt, Stadt und Lichtbildgalerie
1992 Braunschweig, Museum für Photographie
1994 Köln, in focus Galerie - Burkhard Arnold
1996 Wolfsburg, Städtische Galerie
Hannover, Fotocentrum Zimmermann
1997 Kunstverein Gifhorn „Die Rhythmogramme"
Ingolstadt, Museum für Konkrete Kunst
2001 Köln, in focus Galerie - Burkhard Arnold
2006 Braunschweig, Photomuseum
Wolfsburg, Städtische Galerie
Wolfsburg, Stadtmuseum
Köln, in focus Galerie - Burkhard Arnold
Lentos, Kunstmuseum Linz, Österreich
2007 Altana Galerie, Dresden
Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt
2008 Kunstmuseum Wolfsburg
Ausstellungsbeteiligungen Auswahl / Selection:
1983 Paris, Centre Pompidou, „Images et Imaginaires d ´Architecture"
1989 Bielefeld, Kunsthalle, „Das Foto als autonomes Bild"
München, Bayerische Akademie der Künste, „Das Foto als autonomes Bild"
1996 Paris, Goethe-Institut, Deutsche Gesellschaft für Photographie
2005 Würzburg, Museum im Kulturspeicher, Konkrete Kunst in Europa nach 1945 - Fotografie
2006 Cologne Fine Art Fair bei in focus Galerie
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Bibliographie
Heinrich Heidersberger
1986 - Heinrich Heidersberger, "Das Photographische Werk im Querschnitt", Kunstverein Wolfsburg
1992 - Heidersberger, "strukturen - konstruktionen - rhythmogramme"
Museum für Photographie, Braunschweig
1996 - Heidersberger zum 90., Stadt Wolfsburg
1996 - Heinrich Heidersberger, "Rhythmogramme", Cargo Verlag, Braunschweig
2000 - Heinrich Heidersberger, "Architekturphotographie 1952 - 1972", Steidl Verlag, Göttingen
2007 - Ästhetik der Moderne, Photographien von Heinrich Heidersberger, Wienand Verlag, Köln
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