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Girls Girls Girls !!!

Bernard of Hollywood

Die Ausstellung widmet sich den aufregenden Pin Up- und Mädchenbildern des deutsch-amerikanischen Fotografen Bruno Bernard, auch Bernard of Hollywood (1911 – 1987) genannt. In Deutschland promovierte Bernard im Jahr 1934 in Kriminalpsychologie und emigrierte, aufgrund seiner jüdischen Abstammung, 1936 in die USA. In Los Angeles fotografierte er ab 1938 und eröffnete 1940 sein Studio in Hollywood auf dem Sunset Blvd 9055, das er 25 Jahre erfolgreich betrieb. In seinem Studio fotografierte er viele aufstrebende Hollywoodsternchen, aber auch alle großen Hollywoodstars seiner Zeit. Bernard gilt als Entdecker von Marilyn Monroe, da sie durch seine Kontakte (die damals noch unter ihrem Geburtsnamen Norma Jean Baker arbeitete) ihren ersten Filmvertrag erhielt.

Carole Kismaric, Kuratorin der Ausstellung “Fame after Photography” im Museum of Modern Art schrieb in ihrem Ausstellungskatalog: “Bernards fotografischer Stil ließ die Mädchen menschlicher erscheinen [als die anderer Pin Up-Fotografen]. Die offensichtliche Verbindung zwischen Model und Kamera lässt den Betrachter innehalten und diese intensiver betrachten.” (Los Angeles Times, 2002)

 

Die in focus Galerie in Köln erwarb einen Teil des Nachlasses und präsentiert in der Ausstellung “Girls, Girls, Girls” rund 70 ausgewählte Arbeiten, zumeist Vintage Prints, die zwischen 1946 und 1960 vergrößert wurden, neben persönlichen Dokumenten sowie rare Skizzen zur Entstehung einzelner Arbeiten. Schwerpunkte der Ausstellung sind Arbeiten über seine Muse Lily St. Cyr, die wohl legendärste Striptease Künstlerin in dieser Zeit und die original Vorlagen zu seinem schon 1950 veröffentlichtem Buch: “Anleitung zur Pin Up Photography”.

 

Ein Pin-up ist ein Ganzfigurenbild mit hübschen, jungen Frauen in verschiedenen Posen. Meist haben diese Bilder erzählende, sentimentale, romantische oder patriotische Aspekte. Sie zeigen Szenen häufig erotischer Natur, aber eher andeutend als enthüllend. Selbst wenn scheinbar Einblicke gewährt werden, z.B. unter einen vom Wind empor gehobenen Rock, sind diese der Fantasie des Betrachters überlassen und bilden nichts wirklich deutlich ab. Normalerweise sind die Pin-up-Girls leicht bekleidet, es werden aber in Ausnahmefällen auch ganz oder teilweise nackte Mädchen dargestellt. Das Modell trägt entweder ein figurbetontes Kleidungsstück, das sie außer Haus tragen kann (z. B. Badeanzug, Sportdress oder ein knappes Kleidchen) oder etwas Provokantes, Intimes wie ein Negligé oder Dessous.

Pin-ups waren zunächst gezeichnete Bilder, die ab den 40er Jahren immer mehr und mehr von der Fotografie abgelöst wurden. Besonders populär wurden Pin-up Fotografien in Amerika im zweiten Weltkrieg. Für die vielen amerikanischen Soldaten im Ausland bedeuteten, die oft an ihre Schrankwände aufgehängten Fotos, eine tiefe emotionale Verbundenheit mit ihrer Heimat. Pin-ups wurden auch in den großen seriösen amerikanischen Magazinen wie Life, New York Times etc. veröffentlicht, da diese als Teil der US-amerikanischen Alltagskunst und Kultur angesehen wurden. Pin Ups sind deswegen so besonders und interessant, da sie im Laufe ihrer Entwicklung seit den 1920er Jahren bis heute nichts an ihrer Faszination eingebüßt haben (siehe auch Wikipedia). Bernard of Hollywood gilt als einer der bedeutentsten Fotografen dieses Genres.

 

Eröffnung der Ausstellung: Samstag, den 7. September 2019, 19:00 – 21:30 Uhr
Ausstellung bis 12.10.2019
Öffnungszeiten: Di. - Fr. 16 – 19 Uhr, Sa. 11 – 15 Uhr