ausstellungen vorschau

René Groebli

Platin Palladium Prints

Die Ausstellung „René Groebli – Platin Palladium Prints“ führt den Betrachter in das spannende Werk Groeblis mit Bildern ein, die mittels des edelsten, wertbeständigsten und exklusivsten Verfahrens entstanden sind. Jede Vergrößerung ist ein Unikat. Ein solcher Print verliert mit der Zeit nichts von seiner Intensität und nimmt auch dauerhaft keinen Schaden durch die Lichteinwirkung. Die Grauabstufungen sind im Vergleich zu den Silber Gelatine Abzügen um ein Vielfaches reicher und so fein, dass selbst in dunklen Bereichen noch Zeichnung erkennbar ist.

Großen Einfluss auf das frühe fotografische Werk René Groeblis hatten seine Freunde, die bekannten Schweizer Fotografen Jakob Tuggener und Robert Frank. Die Subjektivität in Robert Franks Werk beschäftigte
René Groebli und führte ihn hin zu seiner eigenen subjektiv-poetischen Bildsprache. Groebli wollte fotografieren, was nicht greifbar ist: Bewegung, Dynamik und Geschwindigkeit - wie bei „Magie der Schiene", einem wegweisenden Fotoessay, welcher 1949 entstand und in einem Zusammenspiel von Rauch, Geruch, Landschaft, Romantik und Stimmung die französische Dampfeisenbahn als Symbol der Kraft versinnbildlicht hat und Gefühle - wie bei „Das Auge der Liebe", ein fotografisches Liebesgedicht, ein Werk voll zeitloser Poesie, welches 1953 entstand. Die Bilder bestechen durch die Schönheit der Bewegungen, das Spiel mit der Silhouette, dem gedämpften Licht, den tiefen Schatten, dem Kontrast von Schärfe und Unschärfe, dem Verhüllen und Enthüllen. Sie leben von der Andeutung und der Assoziation. Man erblickt Stillleben, ein Interieur des Hotelzimmers, einen Blick aus dem Fenster, gar eine Szene im benachbarten Cafe - aber im Mittelpunkt steht etwas, das der Fotograf mit den Augen der Liebe betrachtet: seine Frau Rita.
 
Auch der Fotograf Edward Steichen, damals bereits Kurator am Museum of Modern Art (MoMA) in New York, war beeindruckt von der Serie „Das Auge der Liebe", welche 1954 als kleines Buch in einer Auflage von 1000 Stück erschien. Zusammen mit Robert Frank kam Edward Steichen 1953 nach Zürich, um für sein großes Ausstellungsprojekt „The Family of Man" zu recherchieren. Steichen besuchte den damals 26- jährigen Fotografen Groebli, dessen sitzender Akt aus der vorliegenden Serie er sogleich für die renommierte fotografische Sammlung des MoMA erwarb. Außerdem wurde Groebli von ihm zur Teilnahme an der Ausstellung „The Family of Man" eingeladen, die später weltweit in zahlreichen Museen gezeigt wurde.

In den darauf folgenden Jahren betrieb Groebli ein sehr erfolgreiches Studio für Industrie- und Werbefotografie, in dem, zur damaligen Zeit völlig neuartige Farbexperimente entstanden.
 
Groebli verkaufte 1981 sein Studio und arbeitete seither nur noch an freien Projekten. Weitere Fotoserien entstanden, u.a. „Verbrannte Bäume“, „New York Melancholia“, „Nudes“, „Fantasies“ und „Irland“. Diverse Bücher dokumentieren seinen Weg: Variation I, 1965; Variation II, 1971; Visionen, 1992; Irland, 2000; Rail Magic, 2006; Beryl Chen und Early Works, 2015; London 1949 und Nudes, 2016; New York 1978, 2017; Color Work, 2018 und zuletzt in 2019 sein Werkverzeichnis mit über 1000 Abbildungen.
Die perfekte Beherrschung der fotografischen Technik, gepaart mit einer enorm starken künstlerischen Energie haben René Groebli zu einem wahren Meister der Fotografie gemacht. Stilbildend hat er die Fotografie von heute beeinflusst.

25.04. bis zum 19.06.2020


Öffnungszeiten:
Di. - Fr. von 16 - 19 Uhr, Sa. von 11 – 15 Uhr.